Wie erkenne ich einen seriösen Züchter/eine seriöse Züchterin?


Für den Verlauf des gesamten Hundelebens sind die ersten Wochen beim Züchter ganz entscheidend. Aus diesem Grund tragen Züchter eine große Verantwortung. Die Auswahl der geeigneten Elterntiere für die geplanten Welpen, die Trächtigkeit und die Aufzucht der Kleinen entscheidet darüber, wie die kommenden 15 Jahre des Hundes in seiner neuen Familie sein werden. Wird er aufgeweckt sein, neugierig Fremden gegenüber, entdeckungslustig? 

Wird er ein gutes Sozialverhalten haben, sich mit anderen Hunden verstehen? 

Wird es möglich sein, ihn überall mit hinzunehmen? 

Und das wichtigste, wird er die Chance haben ein gesundes Leben zu leben?

Die Verantwortung, die dem Züchter zukommt ist groß – leider lässt sich mit dem Verkauf von Welpen relativ „schnell“ Geld verdienen. Normalerweise wird man im Internet und in der breiten Öffentlichkeit davor gewarnt sich einen günstigen Welpen zu kaufen. Das macht durchaus Sinn, denn ein Welpe, der nur wenige Hundert Euro kostet, kann nicht sorgfältig aufgezogen, mit hochwertigem Futter und medizinisch gut versorgt worden sein. Dies ist rein rechnerisch nicht möglich.

Ich möchte an dieser Stelle, aber nicht nur davor warnen, viel zu günstige Welpen zu kaufen, sondern auch davor, bei Züchtern, die auf den ersten Blick seriös wirken und ihre Welpen für einen gewöhnlichen Welpenpreis (dieser liegt je nach Rasse bei Hunden mit Papieren zwischen 1000-2000 Euro) oder deutlich teurer verkaufen und dies aber ganz und gar nicht sind.

Als Welpenkäufer hat man den Nachteil, dass man nur das sehen kann, was der Züchter preisgibt, oder gezielt zeigt. Deshalb ist es wichtig auf Feinheiten zu achten und sich zu trauen, Fragen zu stellen. Aber worauf sollte man achten?

Ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

 


BEI DER SUCHE
 

  • Informieren Sie sich welche Gesundheitsuntersuchungen bei der Rasse ihrer Wahl sinnvoll sind und deshalb für gewöhnlich gemacht werden, bevor ein Hund in die Zucht geht. Die Liste der möglichen gesundheitlichen Auswertungen ist lang. Wenn Sie sich einen Überblick verschafft haben, welche wichtig sind, lassen Sie sich die entsprechenden Unterlagen der Elterntiere zeigen. Ein seriöser Züchter wird Ihnen gern Einblick gewähren. Achten Sie auf Stempel und Unterschrift des Tierarztes.
  • Informieren Sie sich, welche Zuchtvereine es gibt und wie dort die Bedingungen für eine Zuchtzulassung sind. Einen Zuchtverein zu gründen ist nicht schwer und aus diesem Grund gibt es eine Reihe unseriöser Vereine. Sollte ein Verein nur eine HD Auswertung verlangen und die Hündinnen mit 12-15 Monaten schon zur Zucht freigeben, ist das Papier, das der Welpe erhält kein Qualitätsmerkmal.



BEIM BESUCH
 

  • Leben die Welpen oder sogar alle Hunde immer in den Räumlichkeiten, die Ihnen als Welpenzimmer vorgestellt wurden? Sichere Anzeichen sind leicht verschmutzte Wände, angekaute Gegenstände (eine Schar Welpen verschont keinen guten Teppich oder Blumen). Sind die Welpen völlig aufgekratzt, fressen Dinge an, die den Anschein machen immer dort zu sein, ist es viel zu sauber für dauerhafte Hundehaltung, dann sitzen sie vermutlich in einem Verkaufsraum und der eigentliche Welpenbereich wird Ihnen, wahrscheinlich aus gutem Grund, nicht gezeigt.
  • Passt die Mutterhündin zu den Welpen? Hat die Hündin ein besonderes Verhältnis zu den Welpen? Hündinnen können schon mal genervt von ihren Kleinen sein, aber sie sind souverän und sicher im Umgang mit ihren Schützlingen. Eine Hündin, die sich gar nicht interessiert oder gar irritiert ist, spricht dafür, dass man gerade die „Verkaufsmutter“ sieht. Passt die körperliche Verfassung der Mutter zu den Kleinen, d.h. ist ihr Gesäuge angeschwollen?
  • Kosten alle Welpen gleichviel oder wird je nach „Qualität“, Farbe oder anderen Merkmalen des Welpen ein Preisunterschied gemacht? Es kann durchaus vorkommen, dass ein Welpe mit späteren Zuchtrechten oder besonderen Eigenschaften etwas mehr kostet, aber eine Einteilung der Welpen in verschiedene Preiskategorien je nach Farbe sollte ein klares Warnsignal darstellen.
  • Hören Sie genau zu: Passen die Aussagen zusammen oder kommt es Ihnen irgendwie seltsam und nicht authentisch vor? – Wenn ja, hören Sie auf ihr Bauchgefühl, sie sollten sich wohlfühlen, schließlich wird ihr neues Familienmitglied viele Jahre mit Ihnen verbringen.



 

MERKE:

 

Trauen Sie sich kritisch zu sein, Fragen zu stellen und haben Sie keine Angst dem Züchter „auf die Füße zu treten“.

Ein guter Züchter freut sich über ihr Engagement und wird Ihnen gerne alle Fragen beantworten.